Netzwerk Hospiz bringt humanen Fortschritt

 

 

Kolpingsfamilie überreicht Alois Glück Spende über 1000 Euro

 

Interessante aber vor allem wertvolle Informationen aus erster Hand gab es zum Thema ambulante Hilfe durch das Netzwerk Hospiz und über deren Organisation. Aber auch über die tägliche praktische Arbeit von Brückenschwestern und Pflegekräften. Als Referenten konnte die Kolpingsfamilie für diesen Abend den Vorsitzenden des Netzwerkes Hospiz Alois Glück, Landtagspräsident a.D. gewinnen. Außerdem berichtete Christine Mattis über die täglichen Anforderungen an die Einsatzkräfte des Netzwerkes. Glück wies darauf hin, dass die Thematik „in Würde sterben“ erst vor cirka 30 Jahren aus England nach Deutschland gekommen sei. Die ehrenamtliche bürgerschaftliche Bewegung kam weder von kirchlichen Organisationen noch von medizinischer oder staatlicher Seite. In Deutschland bekam sie dann mittels Grundsatzentscheidungen des Bundestages 2015 die nötige Unterstützung.

Glück machte außerdem deutlich wie wichtig die richtige Versorgung Schwerstkranker und Sterbender sei und welche wertvolle Hilfe das Netzwerk Hospiz hier leiste.2006 startete das Netzwerk erstmals mit Brückenschwestern und koordiniert zwischenzeitlich den umfassenden Dienst in der stationären und ambulanten Arbeit. Für die unheilbar Kranken werde die richtige Versorgung und Begleitung in ihrer gewohnten Umgebung angeboten. Ehrenamtliche des Netzwerkes entlasten zudem Angehörige in der Pflege. 
Sämtliche Behandlungsmöglichkeiten werden stets mit dem Hausarzt abgestimmt. Außerdem gibt es seit kurzem die „24-Stunden-Rufbereitschaft“ unter einer Nummer. Das Angebot der Ethtikberatung ist kostenlos und kann unbürokratisch von Angehörigen, Patienten und Hausärzten angefordert werden. Das Netzwerk Hospiz, so Alois Glück, setzt sich ein, dass die letzte Lebensphase des Menschen mit einem Höchstmaß an Lebensqualität erlebt werden kann. Vorsitzender Ernst Biermaier gratulierte Alois Glück und dem Netzwerk zum in diesem Jahr erhaltenen Stiftungspreis der Deutschen Hospiz- und Palliativ-Stiftung. Um diese nicht einfache Aufgabe zu würdigen hat die Vorstandschaft der Kolpingsfamilie beschlossen 1000 Euro an das Netzwerk Hospiz zu spenden.

Ernst Biermaier, 1. Vors.

 


 

Ecuador-Vortrag von Dr. Norbert Wolff

 

Zum Vortrag „Ecuador – Land und Leute – Eindrücke in Bild und Wort" lud die Traunreuter Kolpingfamilie am Donnerstag, 16. Februar 2016, in den katholischen Pfarrsaal. Der Referent, der eine Zeitlang in Ecuador gelebt hat und mit einer (inzwischen in Deutschland eingebürgerten) Ecuadorianerin verheiratet ist, zeichnete das Bild eines faszinierenden Landes, das auf jeden Fall einen Besuch lohnt: „Ecuador gilt als das Land mit der höchsten Biodiversität der Welt. Es gibt zahlreiche Naturschönheiten zu bestaunen. Das Zentrum der Hauptstadt Quito ist Weltkulturerbe. Die Menschen sind freundlich und herzlich."

Wolff verschwieg aber auch die schwierigen Seiten des Landes nicht. Probleme bereiteten zum Beispiel die Versorgung mit sauberem Trinkwasser, die hohe Kriminalitätsrate in den großen Städten, die sozialen Unterschiede, der Verkehr und die Umweltbelastung. „Wenn Sie nach Ecuador reisen möchten, schließen Sie sich am besten einer Reisegruppe an", so der Ratschlag des Referenten.

Auch auf die politische Situation ging Wolff ein. Der scheidende Präsident Rafael Correa gelte als sozial engagierter Politiker. Dabei sei er zugleich auch ein Populist, und seine Maßnahmen zugunsten der Armen belasteten vor allem den Mittelstand sehr stark. Außerdem sei es in dem Andenstaat um Gewaltenteilung und Pressefreiheit nicht gut bestellt. Eine große Herausforderung sei das Bildungswesen: „Ecuador hat in den Bereichen Tourismus und Bodenschätze ein sehr großes Potenzial. Es könnte den Menschen besser gehen, wenn Zugang zur notwendigen Bildung hätten."

Schließlich erwähnte Wolff noch die Folgen des schweren Erdbebens vom April 2016. Damals hatten Wolff und seine Ehefrau über die lokale Presse zu Spenden für Ecuador aufgerufen. Insgesamt gingen daraufhin rund 3.000,- Euro ein, die über die Hilfsorganisation „Don Bosco Mondo" nach Ecuador geflossen sind. Mit dem Geld wird der Aufbau eines zerstörten Schulzentrums in der vom Erdbeben besonders stark betroffenen Küstenstadt Manta unterstützt.

Und ganz zum Schluss gab es noch eine besondere Überraschung. Der Traunreuter Kolpingvorsitzende Ernst Biermaier teilte den Anwesenden mit, dass man bei der letzten Vorstandssitzung beschlossen habe, etwas für die Erdbebenopfer zu tun. Er überreichte Wolff eine Spende in Höhe von 1.000,- Euro, die wiederum über „Don Bosco Mondo" nach Ecuador gehen soll.

Ernst Biermaier, 1. Vors.

 


 

Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung: ein Muss

Karl Schulz referiert bei der Kolpingfamilie – gut besuchte Veranstaltung

 

Zu einem öffentlichen Informationsabend zum Thema „Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung" hatte die Kolpingfamilie ins Pfarrheim eingeladen. Der Zuspruch mit 80 Besuchern zeigte laut dem Vorsitzenden Ernst Biermaier dass die Kolpingfamilie ein wichtiges Thema ins Jahresprogramm gesetzt haben.

Mit Karl Schulz, Sachgebietsleiter der Betreuungsstelle im Landratsamt, konnte ein hervorragender Referent gewonnen werden. Mittels zahlreicher lebensnaher Fallbeispiele erläuterte Schulz rechtlich notwendige Voraussetzungen und deren Zusammenhänge. Er schilderte sehr eindrucksvoll die Abläufe bei Unfällen, Krankheiten oder auch im Alter die für einen selbst aber auch für die Angehörigen auftreten können. „Bestimmen Sie für sich selbst", war eine der Hauptforderungen von Schulz an die Zuhörer an diesem sehr interessanten und kurzweiligen Abend.

Übernehmen sie Eigenverantwortung solange sie noch selbstbestimmend handeln können. Im Koma liegend, so der Referent, sind sie geschäftsunfähig. Die Rechtsvertretung steht bereits ab dem 18. Lebensjahr im Vordergrund. Jeder weiß, Unfälle und Krankheiten können unsere gewohnte Lebenssituation von heute auf morgen verändern. Dann ist in lebensbedrohenden Situationen die Rechtsvertretung ein wichtiger Aspekt. Nur bei einer Vollmacht liegt für die Ärzte dann auch mittels genanntem Rechtsvertreter eine Rechtsfähigkeit vor. Dass ein Ehepartner automatisch entscheidungsberechtigt ist, so Schulz, ist ein großer Irrtum. Nur eine Vollmacht im Original bevollmächtigt eine Willenserklärung für den Patienten abzugeben. Deshalb ist es ein Muss Vorsorge zu treffen. Vermögen verwalten, Banken-und Behördengänge sind plötzlich zu erledigen. Auch im Falle von Demenzerkrankungen, Alzheimer, bei geistigen und psychischen Störungen, Sucht- und Drogenkrankheiten kann die Geschäftsunfähigkeit auftreten. Um Entscheidungen wie Behandlungsmöglichkeiten, die Pflege, den Aufenthaltsort oder im schwersten Falle ein Abschalten der Geräte zu treffen, muss eine Vollmacht vorliegen. Diese sind im Dokumentenordner zugänglich zu machen, so Schulz. Liegt letztlich keine Vollmacht vor schaltet sich das Betreuungsgericht ein. In Abstimmung mit der regionalen Betreuungsstelle setzt der Richter dann eine Betreuungsperson ein. Rechtliche Voraussetzung einer Parientenverfügung für die Verbindlichkeit ist, dass der Verfasser volljährig und einwilligungsfähig ist. Diese ist nur mit einer eigenhändigen Unterschrift gültig. Vollmacht und Patientenverfügung kann auch bei einem Notar erstellt werden. Diese Erklärungen können jederzeit abgeändert oder auch widerrufen werden.

 In der anschließenden Diskussion wurden noch spezielle Einzelfälle erläutert. Eindringlich bat der Referent seine Zuhörer mit Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung Rechtssicherheit für Ärzte und die Angehörigen durch die eigene Willenserklärung zu schaffen. Die Verantwortung, so Schulz eindringlicher Appell, für sich selbst, den Angehörigen zu überlassen, ist unfair.

Ernst Biermaier, 1. Vors.