Wastl die Kirchenmaus erzählt vom Orgelfest!

 

Grüß Euch Gott, meine lieben Pfarrblatt-Leser!

Jetzt muss ich mich wieder einmal zu Wort melden, damit Ihr wisst, dass ich auch noch auf der Welt bin.

Aber in der letzten Zeit hat sich in unserer Pfarrei soviel ereignet, dass ich einfach zu gar nichts mehr gekommen bin.

Die letzte Festivität war dann das Orgelfest, bei dem unsere alte Orgel das letzte Mal gespielt wurde.

Mir hat sie schon recht Leid getan, die Gute! So viele Jahre hat sie uns treue Dienste geleistet und ihre „Musi“ war doch immer recht perfekt. Unter den Händen vom Herrn Benker hat sie bis zum Schluss richtig jubiliert. Beim Herrn Mitterreiter da hat`s allerdings manchmal scho greislich gekracht. I glab, der kann mit die älteren Damen net so guat umgeh!

Auf alle Fälle hat unser Pfarrer Schlichting a pfundige Predigt zum Abschied gehalten. „Jedem Ende wohnt ein Zauber inne ......“, oder so ähnlich, des hat mir wirklich gut gefallen.

Im Pfarrsaal ist das Fest dann weiter gegangen, denn im Freien war es grau und trüb und grauslich kalt. Aber geregnet hat es wenigstens nicht und das war schon viel wert.

 

Der Altmann Schorschi hat nicht gewusst, was er zuerst anfangen soll. Er hat an dem Tag mehrere Berufe gehabt. Mesner, Hausl, Fahrdienst usw.. Die Leut sind in Scharen gekommen und der Kauer Helmut hat seinen Grill fast ein bisserl zu spät angeschmissen. Aber am Schluss sind doch alle satt geworden.

Die zwei Köchinnen vom Kindergarten haben einen prima Eintopf aus lauter Gemüse fabriziert und einen Gemüsespieß hat es auch gegeben.

Mir ist zwar eine gescheite Bratwurst immer lieber, aber die Leut hat es geschmeckt und sie waren alle ganz begeistert.

Und ein Kuchenbüfett ham ma g´habt, einsame Spitze sag ich Euch! Unsere Kuchenspenderinnen sind wirklich echte Backkünstler!

Gern hätt ich ein Stückerl probiert, aber die Bastelmädels und die Helferfrauen haben komischer Weise etwas gegen Mäuse in der Küche und übrig geblieben ist zum Schluss nichts mehr.

Im Keller hat der Orgelbauer Jocher eine kleine Werkstatt eingerichtet und unser Herr Pfarrer hat Orgelpfeifen gegen eine Spende gravieren lassen und jeder Spender hat auch eine Urkunde dazu bekommen. Auf diese Weise hat er einen schönen Batzen Geld eingenommen.

 Ja, a Hund is er scho, unser Thomas,  dem fallt allaweil wieder was ein!

 

Draußen in der Kälte sind unsere Manner von der Kirchenverwaltung gestanden und ham versucht, des Orgelbier an den Mann bzw. an die Frau zu bringen. Bei der Bestellung hat sich nämlich der Brauereidirektor verkalkuliert, so dass noch ein ganzer Haufen Tragerl auf die Käufer warten. Aber der Pfarrer meint, dass des Bier noch bis März 2006 halten tut.

 Also, liebe Pfarrblattleser, kaufts Euer Bier die nächste Zeit beim Schlichting! - Das schmeckt besser wie im Supermarkt und Ihr tut`s noch ein gutes Werk, wenn Ihr einen gescheiten Durst habt.

Von der Frau Bentele ist eine Decke mit lauter weiß/blaue Kastl verlost worden. Patchwork heißt des auf neumodern. Des muss eine riesige Arbeit gewesen sein! Mir hat de Deckn a guat gefallen, denn es san ja die Bayernfarben, aber für mi wars doch arg zu groß gewesen und hätt überhaupt net in mei kloane Logie hineingepasst.

Am Nachmittag hat dann die Frau Mitterreiter mit ihrer Kinder-Sing-und-Spielgruppe die Bremer Stadtmusikanten aufgeführt. Die Kinder ham des wirklich perfekt gemacht und die Räuber warn so lebensecht, dass an kloana Buam unter die Zuschauer so richtig „schiach“ (auf hochdeutsch unheimlich) geworden ist und er zum plärrn o`gfanga hat!

 Es war wirklich ein schönes Fest und zum Schluss war die Miene der Margarete beim Eurozähln sehr zufrieden.

Ja, es ist schon schön, wenn man als Pfarrer so guate Leit hat, die jedes Fest zu einem Erfolg werden lassen.

Aber des woas er auch, unser Thomas Schlichting!

 Mit freindlichen Griassen

                                Euer Wastl – Kirchenmaus vom Dienst