Wia dem Wastl a Licht aufganga ist!

 

Es is a paar Tag nach Weihnachten gewesen. Draußen wars grau und trüb und genau so war a mei Stimung. I bin vor da Schreibmaschin gesessen und wollt ebbas für des Pfarrblattl schreiben. Aber mir is einfach nix von der Hand ganga! Im Stillen hab i mi gefragt, warum i mi eigentlich mit dem ganzen Zeig plag? Vielleicht ham de Leit gar koa Freid mit meinem Gescheibsel  und es is gescheiter, wenn i damit aufhör. Auf deutsch gesagt, i hab mi an dem Tag selber net leiden kenna und de ganze Pfarrei scho glei garnet. Und wia is so vor mi hin sinnier da läutet des Telefon und da Chef von der Dispositionsabteilung für unsere Lektoren und Kommunionhelfer fragt mi, ob er schnell amoi bei mir vorbeikommen könnt.

I war der Meinung, dass am Lektorenplan vielleicht was geändert wern muaß. Um so größer san meine Augen worn, wia er mir ein glänzendes, rotes Schachterl in de Hand druckt hat, aus dem mi zwischen a paar Tannenzweig des pfiffige Gesicht von einem Wastl aus Porzellan angeschaut hat und der hat a Zetterl mit folgendem Text im Maul gehabt:

 

„Griaß di, liaber Wastl!

(Kirchenmaus dasselbst)

Mach weiter so!

Mir frein uns scho.“

I hab mi sakrisch zamma reißn müssen, dass i net des Weinen angefangen hab vor lauter Freid. Und wieder amoi hat sich des oide Sprücherl bewahrheitet, des bei mir im Hausgang hängt: „Immer wenn Du moanst es geht net mehr, kommt von irgendwo a Lichterl her!“

I wünsch Eich Alle, dass zu Eich a allerweil a Lichterl kommt, wenn`s amoi nimma gehen will.

In diesem Sinne
Euer Wastl
Kirchenmaus daselbst