Behüt dich Gott, Jahr 2007!

Wastl schaut zurück auf die Ereignisse des vergangenen Jahres.

Kalt ist es draußen und des Wetter ist scho ziemlich greislich. Ich bin jetzt sehr oft beim Lutheraner–Martl in der evangelischen Kirch, denn bei dem ist wenigstens gescheit eingeheizt und recht unterhaltlich ist er auch. In meiner Wohnung unter dem Beichtstuhl hab´ i mir nämlich schon eine Portion Frostbeulen eingehandelt, weil unser Schreckenbauer einfach ein äußerst sparsamer Heizungsmensch ist. Aufdrehen tut er erst, wenn die Kirch angeht und bei der Wandlung dreht er dann schon wieder ab. Unseren Herrn Pfarra freits, aber ich komm vom Schnupfen überhaupt nicht mehr weg.

Aber jetzt will ich Euch erzählen, was sich in dem Jahr in unserer Pfarrei so alles zugetragen hat:

 

Januar 2007

Anfang des Monats ist es bei uns noch relativ ruhig gewesen. Schnee ham man net viel gehabt und des war eine Glück für unseren Hausmeister, den Altmann Schorschi. Da hat er sich wenigstens keine Gedanken machen müssen, wie er den Stadtschnee und den Pfarreischnee auseinander halten soll.

Die Kirchenverwaltung hat am 24. Januar ihre konstituierende Sitzung gehabt. Der Wolfgang Grill is der Vorstand geworden und ich muss sagen, er hat sich im Laufe des Jahres als richtiger Pfennigfuchser entpuppt. Er handelt bei allen wie oaner vom Bazar und den Pfarrer freuds natürlich, wenn er nicht viel zahlen muss.

Der Rudi Traspel, der ist des Computergenie von der Kirchenverwaltung. Wenn du eine Liste brauchst oder a Statistik, dann bist beim Rudi richtig!

Einen Rechtsanwalt gibt es auch in dieser illustren Runde. Blobner Alexander  hoast der und er passt auf, dass bei die Verträge immer Recht und Gesetz eingehalten werden.

Der Eibl Dieter wird gefragt bei allem, was das Handwerk betrifft. Der weiß immer, wie das Zeug zusammengehört, damit es fachgerecht und sauber gemacht ist.

Der Werthan Josef ist die Bauaufsicht schlechthin! Mei liaba, dem kannst als Handwerker nix vormacha, der schaut dene genau auf die Finger.

Zwei Damen gibt´s a in der Herrenrunde, damit die Frauenquote net gar so mager ausschaut. Die Martha ist für das Protokoll zuständig und kümmert sich mit der Elfriede um die Kindergärten und die Sozialarbeit.

 

Februar 2007

Am 7. Februar ist die Kirchenverwaltung dann zu ihrer ersten Sitzung zusammengekommen! Dabei hats glei große Probleme gegeben, denn der Traspel Rudi hat reklamiert, dass des Dachel über dem Seiteneingang von der Kirch schief ist und dass es 20 cm runter gesetzt werden muss. Unser Pfarra Thomas hat zwar gemeint „da gewohnt man sich dran!“ hat aber dann doch einen Begehungstermin vorgeschlagen.

A größere Wasserrechnung hat dem Pfarra viel Kopfzerbrechen gemacht. Er hat gemeint, dass man den Zählerstand überwachen muss, weil vielleicht irgendwo ein Wasserhahn offen ist. Den Altmann Schorschi ham ma dann zum Wasserüberwachungsinspektor ernannt. Jeden Tag um 18 Uhr hat er den Zählerstand ablesen müssen und dabei hat er dann ziemlich grimmig seine neue Nationalhymne gesungen: „Ein Loch ist im Eimer, oh Pfarra, oh Pfarra, ein Loch ist im Eimer, oh Pfarra ein Loch! Dann flick es, oh Altmann, oh Altmann, dann flick es oh Altmann, Mensch mach´s dicht!“ Der Grund für den hohen Wasserverbrauch war dann, dass der Speedy Gonzales einfach zu oft gebadet hat. I glab fast, oft a wengerl zu heiß!!!

Am 8. Februar ist der Pfarrgemeinderat zu seiner ersten Sitzung in dem Jahr zusammengekommen. An diesem Abend gab es einen denkwürdigen Vorschlag von unserer Frau Regina. Sie möchte unbedingt den Kirchenvorplatz etwas attraktiver gestalten und schlägt daher vor, eine Fahnenstange mit einem sogenannten „Bohrdingsbums“ zu betonieren! I woas zwar net, was an so einem Teil attraktiv sein soll, aber na ja!

Lustig zuaganga is es am 16. Februar wieder beim Pfarrfasching. Bis auf den letzten Platz war der Pfarrsaal mit seltsamen Gestalten gefüllt. Eine besondere Schau war, wie in jedem Jahr, das pfarrliche Männerballett! I muss schon sagen, scheene Haxn hams unsere Mannsleit, a wengerl haarig halt und in jedem Jahr fallt eana ein anderer Blödsinn ein, sehr zur Freude der Anwesenden.

Am 28. Februar san die Kirchenverwaltungsleut scho wieder zu einer Sitzung angetreten. Ja, des san einfach fleißige Leut, die KV-ler! In dera Sitzung hat de Frau Traspel die Jahresrechnung vorgelegt. Nix wia lauter Zahlen sag ich eich, wia die Frau da überhaupt durchblickt!

Dann hat der Thomas zur Kenntnis gegeben, dass der Blitz in den Verstärker von der Musikanlage eingeschlagen hat. Originalzitat Schlichting: „Den neuen Verstärker hat uns der Blitz geschenkt.“ Na, wenn des kein frommer Spruch ist!

 

März 2007

Der März ist angegangen mit dem Weltgebetstag der Frauen und dem Fastensuppenessen am 04. März.  Beides war ein voller Erfolg und die Damen ham ein ganz nettes Gelderl für die verschiedenen Projekte gesammelt.

Mit dem Domorganisten Hans Leitner hat der Orgelverein ein herrliches Benefizkonzert in unserer Kirche mit der neuen Orgel gegeben. Vom Johann Sebastian Bach hams a Musi gespielt und a Fuge in d-Moll – i weiß zwar net was des is, aber es hat ganz schön geklun-gen -. Unser Pfarra war mit seiner Geige auch dabei und alle Leit ham zum Schluss wia narrisch geklatscht.

Am 16. März hat de CSU ihr Starkbierfest in der TUS-Gaststätte abgehalten. Als christliche Kirchenmaus bin ich natürlich auch hingegangen, denn man ist ja schließlich parteilich engagiert. Zuerst war es scho a wengerl fad, wenn sich auch die aufmarschierten „Wildschützen“ – lauter Damen – redlich bemüht haben, aber der Text war net recht griffig. Die sollten sich einmal einen neuen Texter suchen! Aussagrissn hat das Ganze dann unser Thomas! Mei, der hat´s de Großkopferten so richtig einigsagt und man hats eam angekannt, dass ihm des so a richtige Freud macht.

Am 17. März in der heiligen Messe hat den Pater Augustin dann fast der Schlag getroffen, denn ein Seil is von der neien Orgel abgerissen und da hat die vielleicht das Jammern angefangen, wia a ganze Herde kranke Mullis! Da Pater hat des Ganze dann durch eigenen Gesang aussagerissen, des kann er ja gut!

Am 22. März san die KV-ler dann scho wieder beieinander gehockt. I glab, de mögen einander recht gern! Sie ham dann beschlossen, dass die Sanierung des Kirchendaches ansteht und dass der Architekt Fritsche wieder die Bauleitung übernehmen soll.

Vom Klo-Häusel war a de Red, des die Stadt bei der Kirche bauen will und von einer Firma, die im Internet gebrauchte Sachen versteigert und mit der man Verbindung aufnehmen will, damit für das Kirchendach a Bisserl was eina kimmt. Der Thomas hat aber gemeint: „ Mia brauchan a Geld, koa oids Graffel!“ Er weiß eben immer was die Stunde schlägt!

Der 31. März und der 1. April waren dann wieder die große Stunde von unseren Bastelfrauen, denn da ham sie wieder beim Osterbazar geschuftet und ein ganz schönes Sümmchen für den guten Zweck erwirtschaftet. Die einzige Erholung an dene Tag is immer des Mittagessen, an dem nach alter Tradition auch die Geistlichkeit teilnimmt. Trotzdem sie ihre Wohnung geweißelt hat, wurde die erste Suppe von der Regina spendiert und zwar eine Lammsuppe. Weil es allen so gut geschmeckt hat, hat sie das Rezept zum Nachkochen verraten und des geht so: „Alle Fleischstückeln, die vom Paschamahl übrig geblieben sind, Knochen und Hals in enen Topp viel Gemise dazu und natürlich Gewirze och nich zu knapp, det janze durchsimmern, fertig!“

 

April 2007

Und schon sind wir in der heiligen Woche vor dem Osterfest. Beim Mysterienspiel in Pertenstein ist unser Herr Pfarrer in die Rolle des Evangelisten geschlüpft und hat die Aufgabe – wie alle anderen Aufgaben – ausgezeichnet bewältigt.

Überwältigt hat mich dann die Feier der Osternacht.

Unsere Bastel-Blumen-Feen hatten die Kirche herrlich geschmückt und der Herr Mitterreiter hat seinen Chor zur Höchstleistung aufgebaut und wie dann das Licht in der Kirche wieder aufgeleuchtet hat und das Gloria zum Himmi aufi gestiegen is, da war aller Kummer vergessen und auch ich als Kirchenmaus hab dem Herrgott aus tiefstem Herzen meine Referenz erwiesen.

Am 21. April hat es dann wieder ein großes Fest gegeben, denn unsere ehemalige Blumenfee, die Frau Barbara, hat ihren 80. Geburtstag gefeiert. Beim feierlichen Dankgottesdienst am Nachmittag hat der Herr Pfarrer Ljubisic seiner Mama eine wunderschöne Ansprache gehalten, die mich sehr angerührt hat, so lieb war sie. Beim anschließenden gemütlichen Beisammensein in der Sportplatzgaststätte ham ma einen kleinen Lichtbildervortrag aus dem Leben unserer Blumenfee angeschaut. Sie hats net immer leicht gehabt, aber sie hat alles tapfer gemeistert und das Gottvertrauen niemals verloren. Und wenn du Sie jetzt mit ihrem Radl um die Ecken flitzen siehst, dann tust du es niemals nicht glauben, dass sie schon 8 Jahrzehnte auf der Welt sein soll, so gut hat sie sich gehalten.

 

Mai 2007

Der Monat Mai hat uns ein schönes und recht warmes Wetter gebracht und an jeder Ecke san de Bleamerl aus der Erden kemma und meine Inspektionsgänge in den Pfarrgarten ham ma wieder eine rechte Freud gemacht.

Der Franz und die Burgi Mitterreiter ham ein Benefizkonzert für unsere Orgel zusammen mit dem Teisendorfer Männerchor organisiert. Sie ham gesagt, dass es so eine Art Zeitreise is und der Herr Pfarrer hat a Menge Namen von lauter berühmte Komponisten verzählt, de i zwar alle net kenn, aber als Kirchenmaus muass ma ja net alles wissen. Auf alle Fälle hat es sich guat angehört und die Manner ham schee gsunga. Viel Applaus hats a gegeben und fürs Orgelkonto war ein schönes Scherflein in der Kasse.

Am 10. Mai hat dann der Pfarrgemeinderat zu einer ökumenischen Sitzung eingeladen. Die Margarete hat im Pfarrsaal a Bisserl was zum Knabbern hergerichtet, was mi allaweil besonders freut, denn dann san die Sitzungen nur halb so langweilig. Zusammen mit dem Pfarrer Maier, der Frau Pfarrerin Heckner, dem evangelischen Kirchenvorstand, unserer Kirchenverwaltung und dem Pfarrgemeinderat war´s a recht nette Runde. Mordsmäßig lang hams miteinander diskutiert und zwischendurch auch einmal herzlich gelacht und dabei festgestellt, dass sie eigentlich gar net so weit von einander weg san. Und unser Hergott is ja sowieso für uns alle der Gleiche!

Die Kirchenverwaltung hat sich am 23. Mai wieder getroffen und dabei ging´s unter anderem auch um so ein neumodisches Zeig wia des „Intranet“. Der Pater Augustin hat ganz große Augen gemacht und unseren Pfarrer ziemlich hilflos angeschaut, denn er hat wohl mit dem Begriff net viel anfangen können. I, nebenbei bemerkt, a net! Die saloppe Erklärung von unserem Herrn Pfarrer war dann folgende: „Des Intranet hat keinen Virus und keinen Trojaner!“  Des wars ……… und i war eigentlich net schlauer als vorher und i glab, der Pater Augustin a net!

Am Christi Himmelfahrtstag und den Sonntag drauf bekamen dann 71 Kinder aus unserer Pfarrei zum ersten Mal die heilige Kommunion. Mei, des war a Aufregung bei de kloana Buam und Mädeln und a unsere Geistlichkeit hat sich ganz stolz zusammen mit den Kommunionmüttern für ein Erinnerungsfoto im Traunreuter Anzeiger postiert.

Dann is es a scho Pfingsten gewesen und wir ham das Kommen vom heiligen Geist gefeiert. I hoff ja, dass er zu alle komma is, denn bei manche Zeitgenossen muast in dera Richtung scho a Bisserl zweifeln.

Unsere Jugend hat in den Pfingstferien dem Radsport heftig gefrönt. De san doch tatsächlich insgesamt 504 km bis nach Wien geradelt. Wenn i mir des so vorstell, dann tuat mir allein schon beim daran Denken der Allerwerteste weh. Aber des is halt der Vorteil der Jugend uns Betagteren gegenüber. Unser Pater Augustin war der Chef der Radlertruppe und der Chef der KV und der zweite Chef vom PGR waren a mit von der Partie. Aber i glab, die san teilweise mit dem Bus hinterher gefahren und ham die „Verletzten“ aufgesammelt.

 

Juni 2007

Strahlend blauen Himmel hat uns der Herrgott am Fronleichnamsfest geschickt. Der Pater Augustin hat, zusammen mit der Geistlichkeit die Monstranz durch die Straßen von Traunreut getragen und eine große Schar von Gläubigen hat ihn begleitet. Die drei Altäre san von Kolping, dem Kindergottesdienstteam und der Frauengruppe, sowie von unserer Jugend gestaltet worden. Bei der Jugend war des „Arangement“ wia ma vornehm zu sagen pflegt, ein Wenig gewöhnungsbedürftig. Aber des is eben moderne Kunst und des versteht net a jeda“

Am 8. Juni haben der Frodl Franz und seine Gattin das Fest der goldenen Hochzeit gefeiert. Unser Herr Pfarrer hat in der heiligen Messe a sehr schöne Predigt gehalten und beim Auszug aus der Kirche san die ganzen „Hundler“(Schäferhundeverein) mit ihren Vierbeinern Spalier gestanden. I hab mi natürlich ganz schnell verdruckt, denn die Vierbeiner san bei uns Mäusen bekannt für recht scharfe Zähne.

In der Kirchenzeitung war zu dem Zeitpunkt zu lesen, dass unser Praktikant Jorge Gonzalez Carril am 30. Juni vom Kardinal Friedrich Wetter zum Priester geweiht wird. Wir hätten eam gern eine Nachprimiz ausgerichtet, aber er hat durch unseren Pfarra bei der PGR-Sitzung mitteilen lassen, dass er nur einen Stehempfang wünscht.

In der KV-Sitzung am 28. Juni wurde dann ein für mich besonders schöner Beschluss gefasst, nämlich, dass für die Sandkästen im Kindergarten ein so genannter „Katzenschreck“ angeschafft werden muss. Die gefährlichen Schleicher gehen nämlich immer in den Sandkasten, wenns  eana großes oder kleines Geschäft macha müssen. Für mi als Kirchenmaus san die Katzen ja richtige Erbfeinde und i schick a Stoßgebet zum Himmi, dass die eine richtige auf die Nasen kriegen, die Luada, de hinterkünftigen!

 

Juli 2007

Am 12. Juli haben wir uns alle sehr über den Besuch von Padre Martin Schlachtbauer aus Ecuador gefreut. Wenn der uns besucht, dann freut sich die ganze Gemeinde und nach ein paar  Minuten ist es immer, als wenn er überhaupt nicht weg gewesen wär. Nach der heiligen Messe hat er im vollbesetzten Pfarrsaal von seiner Arbeit und seinem wichtigsten Projekt „Madre de la Esperanza“ erzählt und alle haben ganz gespannt zugehört.

Der 19. Juli war wieder ein PGR-Sitzungs-Tag. Wichtigstes Thema dabei war das umstrittene Papier der Glaubenskongregation. Unter anderem soll die heilige Messe jetzt wieda auf lateinisch gefeiert werden können. Für unseren Mesner wird des dann a große Umstellung, denn er muss auf seine alten Tag noch lateinisch lernen. Da ham die gescheiten Köpf in Rom wieder einmal einen mords Wirbel gemacht, aber vielleicht soll das so sein, denn Gespräche sorgen dafür, dass die Themen im Bewusstsein bleiben.

Unser Kaplan Gonzales hat in Obermenzing seine Primiz gefeiert und der PGR hat beschlossen, dass sie ihm einen schönen Stehempfang ausrichten, wenn er schon keine Nachprimizfeier nicht will.

Am 25. Juli ham sich die fleißigen KV-ler wieda amoi getroffen. Diesmal ist es um die Ausschreibung der Arbeiten am Kirchendach gegangen. Wegen der Abwasserprobleme wurde eine sogenannte Kanalfraktion gebildet mit unserem Thomas als „Oberkanalratz“!

Auch über den Bau von Klohäusl bei der Kirch wurde diskutiert und zwar stand das Thema Reinigung zur Diskussion. Da kam dann der Vorschlag aus den Reihen der männlichen KV-Mitglieder, dass man in dem Häusl eine Kamera installieren könnte, um do das Bißeln zu überwachen und wenn oana daneben bißelt, muss er ein Bußgeld zahlen. Der Vorschlag wurde aber dann doch verworfen, zwecks der privaten Atmosphäre, oder wia ma des nennt. Ja, Hund sans scho, de KV-ler!

Die Kolpinger ham Ende Juli ihr Sommerfest abgehalten. Das Wetter war herrlich und der Stoiber Bertl hat wieder seine berühmten Steaks gegrillt und von de Madel hat a jede einen schönen Salat mitgebracht. Musik hams desmal koane gehabt, denn die Kapelle vom ersten Vorsitzenden Helmut Reiter mit der oiden Pinzgauerin war indisponiert.

 

August 2007

Wie in jedem Jahr, so wars auch heuer wieder ruhig im dem Monat und unsere Herren Pfarrer, Kapläne und der Diakon haben abwechselnd ihren wohlverdienten Urlaub genossen.

Nur unsere Bastelmädels hams mords gnädig gehabt, denn am Himmifahrtstag müssen die Kräuterbuschen gebunden werden. Des hams heier so schön gemacht, dass der Traunreuter Anzeiger mit Drei von de Mädels sein Titelbild geschmückt hat. Fesch hams ausgeschaut unsere Dirndln!

 Am 26. August is dann der Kaplan Jorge Gonzalez Carril – besser unter dem Namen Speedy Gonzales bekannt – mit einem Stehempfang verabschiedet worden. Zuerst wurde eine feierliche heilige Messe gefeiert – bei der unser Speedy mit der ganzen Geistlichkeit am Altar gestanden is(des hat er nämlich net so gern gehabt, er war lieber ein Einzelkämpfer), aber dieses Mal hat er es ziemlich gelassen genommen, denn er hat ja gewusst, dass es das letzte Mal ist.

Beim anschließenden Stehempfang hat ihn dann unsa Herr Pfarrer mit dem traditionellen Rucksackl verabschiedet, und ihm alles Gute für die Zukunft gewünscht.

De Helga und die Margarete ham eam no ein Bißerl was vorgeorgelt und i hab fast den Eindruck gehabt, dass er a wengerl gerührt war.

Ja mei, a als spanischer Grande hat ma seine weichen Ecken, wenn man sie im Alltag auch ziemlich gut versteckt!

 

September 2007

Am 13. September hat der PGR dann wieder getagt und sie ham eine Menge wichtiger Themen zu besprechen gehabt. Eines davor war die jährliche Wallfahrt nach Maria Eck. Sie warn sich überhaupt nicht einig, ob und wie die Wallfahrt heuer stattfinden soll. Hin und her ist es gegangen mit den Meinungen bis unser Herr Pfarrer folgenden denkwürdigen Satz geprägt hat: „Es kann sein, dass die Wallfahrt früher einmal dann um eine Woche verschoben worden ist, wenn auf den darauf folgenden Freitag der Vollmond fiel, aber nur dann, wenn dieses Jahr kein Schaltjahr war!“ Ende der Diskussion!!!!

Heuer hams dann den Wallfahrtstermin wie gewohnt belassen und der Pater Augustin wurde zum „Wallfahrtskurator“ ernannt. I glaub, der hat im Moment nicht gewusst, was er mit dera Ehre anfangen soll.

Die Frau Schulz hat verzählt, dass es demnächst ein „Casting“ für die Kinder gibt, die beim Krippenspiel am heiligen Abend mit mitmachen sollen. Ja, mei liaba, bei der Frau Schulz geht’s immer ganz professionell zua!

Der 20. September war wieder die große Stunde der KV-ler. Zum Thema Heizung durch Fernwärme – neue Heizung für den Kindergarten – gabs ein Zitat von Pfarrer Thomas Schlichting: „Mir ham dort viel Heizungsgebühren gespart, weil die Heizung hin war!“ Ja, er bemüht sich halt immer aus allem das Beste zu machen, sogar aus oana kaputten Heizung.

Des neie Klohäusl hat die Stadt inzwischen gebaut, aber des Thema Stehpinkler hat allaweil noch die Gemüter bewegt. Oana von de Herren hat dann die alternative Lösung parat gehabt, effektiv und billig. Wia wars, hat er gemeint, mit einem Stromschlag für Stehpinkler?  Der macht des dann nur oamoi!

Ein kleines Loch im Kirchenfenster an der Nordseite der Kirche hat für großes Rätselraten gesorgt. Es konnte nicht geklärt werden, ob es sich um den Selbstmordversuch eines Vogels oder um einen Attentatsversuch auf den Pfarrer gehandelt hat. Der Dr. Wotsen der Kirchenverwaltung – der Herr Werthan – wurde mit der Klärung des Falles beauftragt.

Am 30. September ham ma unser Pfarrfest gefeiert. Die Madel und Buam von der Kirchenverwaltung, dem Pfarrgemeinderat, der Jugend und den Helferfrauen, alle hams zamma geholfen, fleißig geplant und alles hergerichtet. Der Altmann Schorschi hat vor lauter Stress mit dem Herrichten gleich das Sammeln beim Hochamt vergessen und mir kommt es vor, als ob des scho a schlechtes Omen für den Tag gewesen ist. Es war alles perfekt organisiert, aber es san einfach zu wenig Leut gekommen, sodass für unser Kirchendach kein einziger Euro übrig geblieben ist. Der Thomas hat zwar zum Trost gemeint, dass es die Hauptsach ist, wenn sich die Leut gefreut haben, aber von der Freud allein kannst halt keine Dächer reparieren.

 

Oktober 2007.

Und wer hat wohl am 18.Oktober wieder getagt? Na, ratet einmal! Die KV-ler natürlich!!! Unter anderem haben sie sich über den Stand der Arbeiten auf dem Kirchendach unterhalten, denn dabei ist wirklich was Unglaubliches passiert.

Da hat einer der Arbeiter den Kupferdraht vom Blitzableiter abgebaut und kaum hat er ihn vom Dach heruntergeworfen, da kommt schon ein Mann angerannt, schnappt sich den Draht und weg ist er! Der verblüffte Handwerker hat ihm zwar noch nach geschrieen „halt, halt, der gehört uns“ aber der Dieb war verschwunden und ist seit dem auch nicht mehr aufgetaucht.

 

Am 20. Oktober wurde das Integrationsfest unter der Regie von unserer Frau Scheffler und ihren Helfern im Pfarrsaal gefeiert. Mei, des war wirklich ein „Riesenevent“, wie man auf neudeutsch zu sagen pflegt. Alle Nationen waren vertreten und der Pfarrsaal hat in seinen Fugen gekracht, so viele Leute sind gekommen. Ja, was de Frau Scheffler mit ihrem Team in die Hand nimmt, des hat immer Hand und Fuß, das kann man an der Traunreuter Brücke sehen, die inzwischen schon weit über den Landkreis hinaus bekannt ist und vielen Menschen hilft.

Viel Freude und glückliche Gesichter gibt es auch immer bei den monatlichen Seniorengeburtstagsfeiern und den Seniorennachmittagen, die von unseren Helferdamen gestaltet werden. Die Tische sind dann mit viel Liebe gedeckt und wenn der Herr Borg noch dazu spielt, dann glänzen die Äugerl und die Backerl werden rot. Wir sind schon recht froh, dass wir die fleißigen Mädels haben, denn ohne sie ginge manche schöne Tradition verloren.

In dem Zusammenhang möchte ich mich a bei den Leiterinnen von unserem Kellerkaufhaus, der Frau Brüggemann und der Frau Schaffer bedanken. Es hängt schon viel Arbeit dran, die gespendeten Kleider und Haushaltsgegenstände zu sortieren und liebevoll in den Regalen zu stapeln. Und es gehört eine Menge Einfühlungsvermögen dazu, den Menschen die kommen zu vermitteln, ein Kunde zu sein und kein lästiger Bittsteller.

Ganz wichtig für das Gelingen der verschiedenen Feste im Laufe eines Jahres sind auch die netten Damen, die immer unverdrossen ihre guten Kuchen spenden. Mancher Konditor könnte da neidisch werden, so gut sehen die kleinen Kunstwerke aus und schmecken tun sie, einfach himmlisch kann i eich sagen. Und weg gehen tun sie, wie die warmen Semmeln.

Die PGR-ler ham sich am 25.Oktober wieder einmal getroffen und dabei eifrig über die Haushalte der Kindergärten und der Pfarrei diskutiert, denn für das Jahr 2008 ist mit steigenden Kosten zu rechnen, weil eben immer alles viel teurer wird.

Aber eine gute Nachricht hat es auch gegeben, denn der 25. Oktober war ein denkwürdiger Termin, da war unsere Orgel bis auf den letzten Cent bezahlt.

Des is scho eine stramme Leistung von unseren Pfarrkindern in der relativ kurzen Zeit. Andere Pfarreien wuseln jahrelang umeinander, bis sie ein solches Projekt verwirklichen können.

 

November 2007.

Grau und trüb hat der Monat begonnen und bald hat es auch den ersten Schnee gegeben. In meiner Wohnung unter dem Beichtstuhl war`s schon recht ungemütlich und ich war froh, wenn in der Pfarrei was los war. Da hab i mi dann immer aufgewärmt und natürlich auch eifrig gelauscht.

Am 10. November hat unsere Geistlichkeit die Lektoren und Kommunionhelfer um
9 Uhr am Vormittag zum spirituellen Auftanken in den Pfarrsaal eingeladen.

Alle sans pünktlich da gewesen, aber spirituell war da wirklich rein garnix! Der Saal war leer bis auf a paar Tisch, die vom CSU-Fest am Vortag übrig geblieben sind und die Heizung hat´s selber gefroren. Die Gemüter sind allweil länger geworden und eine von den Damen war so erbost, dass sie gleich wieder heimgehen wollte. Kurz nach
½ 10 Uhr kommt dann unser lieber Diakon ganz gemütlich daher und freut sich wia a Schnitzel, dass scho alle da sind. Dass aber alle so finster dreingeschaut haben, des hat er gar nicht verstehen können, denn in seinem Terminkalender war gestanden, dass des Auftanken erst um ½ 10 Uhr beginnt. Aber bei a Paar guate Weißwürst und einem heißen Kaffee haben sich die Gemüter beruhigt und des geistige Auftanken is no ganz lehrreich geworden, dafür hat unser Herr Pfarrer in seinem Referat schon gesorgt. Unser Diakon hat sich dann die Sorgen und Nöte von Lektoren und Kommunionhelfern angehört und wia sich einer über den Rückgang am Gottesdienstbesuch beklagt hat, da hat unser Thomas wieder einen tollen Satz geprägt. Er hat gemeint, dass man die Hunde auch nicht zum jagen tragen kann. I hab fürchterlich lachen müssen, aber natürlich ganz leise, denn es gibt wirklich nix, zu dem unserm Herrn Pfarrer nicht etwas einfällt.

Bei der KV-Sitzung am 29. November hat uns der Herr Pfarra die neueste Neuigkeit mitgeteilt, nämlich dass wir einen neuen Kardinal bekommen. Er heißt Reinhard Marx ist 54 Jahre alt und ein Preiß. Aber die Bayern und die Preißn mögen einander eigentlich ganz gern und so wünschen wir dem neuen Herrn Kardinal einen guten Einstand und Gottes Segen für eine lange Amtszeit.

Des neue Kirchendach is jetzt a fertig und de Kosten san mit 117.577 Euro niedriger, als wia ma zuerst gemeint hat. Aber Trotzdem is es noch ein mords Batzn Geld, den die Pfarrei zahlen muss, sodass Spenden weiter sehr willkommen sind.

Die Aktion „Platz schaffen“ is jetzt angelaufen und da Traspel Rudi hat a Menge Flyer und Plakate gedruckt, damit die Leut wissen, was die Stunde geschlagen hat. Also, schauts nach im Keller und auf dem Speicher was ihr nicht mehr brauchts, aber guat soll des Zeug scho no sein, denn wia sagt unsa Pfarra so schee „mir brauchan a Geld und kein altes Glump!“

Ja, i muss schon sagen, es rührt sich allerhand in unserer Pfarrei! Unter anderem treffen sich jeden Montag die Damen vom Kolping-Frauenkreis in der Kolpingstube. Da wird dann gebastelt, Palmbuschen werden gebunden und natürlich auch a wengerl geratscht. Die Sachen werden dann verkauft und der Erlös jeweils für einen guten Zweck verwendet. Heuer ging der erwirtschaftete Betrag an den Verein für Hospizarbeit und Palliativbetreuung und für den Padre Schlachtbauer is a no etwas übrig geblieben.

Und da gibt’s dann noch die Stillen im Lande, damit mein ich die Frauen und Männer von der Legio Marien. Sie treffen sich regelmäßig zum Gebet und ich glaub fast, dass es zu einem großen Teil ihnen zu verdanken ist, dass es unserer Pfarrei so gut geht.

Aber auch ohne die Praktiker wäre unsere Pfarrei manchmal aufgeschmissen. Einer davon ist der Herr Traspel sen.. Der hat wirklich den sechsten Sinn wenn es darum geht, wo etwas zu reparieren ist. Selber ein guter Handwerker organisiert er völlig unbürokratisch seine Hilfskräfte wenn er es allein nicht schaffen kann und schon ist der Schaden behoben! Eigentlich müsste er einen Hausmeisterorden ehrenhalber bekommen. Aber mit einem solchen Lob is unser Kirch immer recht geizig.

Ebenfalls ein Orden gebührt unserer Frau Weiß. Unermüdlich sorgt sie für Sauberkeit im Pfarrbereich und ist auch dann noch nett und freundlich, wenn der „Saustall“ wieder einmal gar kein Ende nehmen will.

Auch über Langeweile kann man bei uns nie klagen. Neulich bin i mords mäßig erschrocken bei meinem Rundgang im Pfarrhof. Da hats auf einmal fürchterlich gekracht und beim Kellerfenster vom Pfarrhaus war a mords Trumm Loch in der Mauer. Wie sich herausgestellt hat ist eine jugendliche Fahrerin a bissel zu scharf in die Pedale getreten. Wahrscheinlich ham sich da ihre hohen Absätze in den Pedalen verhakelt. Aber zum Glück is ihr selber nix passiert, nur des Auto war ziemlich mitgenommen, aber des lasst sich ja richten. Da sieht man einmal wieder, was für eine Anziehungskraft unser Pfarrhaus hat.

 

Dezember 2007.

Es ist kaum zu glauben, fast ist des Jahr scho wieder ummi!

Heuer hat sich unser Herr Pfarrer für die Adventszeit ganz was Neues einfallen lassen. Es gibt nämlich keinen Adventskranz, sondern nur ein längliches Trumm aus Tannen, das ausschaut wie ein Krokodil. Aber im Gottesdienst hat er dann erklärt, wie die Geschicht gemeint ist. Er moant, es soll a Strass sein – oder ein Richtungsweiser hin zur Geburt von unserem Jesus Kindl.

Na ja, wenn ma die Sach so sieht! Mir war da Adventskranz ja lieber, da hab i so schön im Kreis rumrenna kenna, wenn i mi geärgert hab. Natürlich nur wenn koana in der Kirch war. Aber vielleicht soll man sich im Advent net ärgern, gescheiter wärs!

Am ersten Advent schlägt immer die große Stunde der Bastelmädels. Wochenlang vorher schuften sie schon wie di Wilden und die Ehegesponse schaun daheim in den leeren Suppentopf und brummen genervt vor sich hin. Die Madeln selber geht’s bei der Schufterei aber komischerweise ganz gut und sie ham meistens a rechte Gaudi bei der Arbeit. Was dann von eana zum Kauf angeboten wird, das kann sich wirklich sehen lassen und die Kundschaft ist begeistert.

Auch unsere Jugend hat heuer einen sauberen Stand präsentiert, denn des alte Gelump ham sie schon vorher beim Flohmarkt verscheppert. Die Firmgruppe Blobner hat eine sehr schöne Adventszeitung zusammengestellt und der Sebastian hat mit seinem Bauchladen aus oana alten Schachtel dafür gesorgt, dass a vor der Kirch a paar Zeitungen weggegangen sind. Die Helferfrauen haben ein sehr reichliches Kuchenbüffet mit Kaffee angeboten, das auch regen Zuspruch gefunden hat.

Am zweiten Bazartag ham sich dann die Bastelmädel scho auf a guate Suppn gefreut, denn an Ostern hat der Thomas versprochen, dass es an diesem Tag eine Pfarrersuppn gibt.

Kurz vor dem Zwölfeläuten kimmt unsa Herr Pfarra und erkundigt sich, wann es eppas zum Essen gibt. De Regina schaut ganz verdutzt und moant: No, wir essen halt wenn sie mit dem Kochen fertig sind! Suppe hats dann keine mehr gegeben, aber die Resi is mit ihrem Auto losgerauscht und hat eine deftige Brotzeit besorgt und alle waren rundherum zufrieden. Alles kein Beinbruch, denn der Osterbazar kimmt ja bestimmt und da muss Hochwürden dann eben kochen, aber vorher werden sie ihn sicher daran erinnern müssen, denn bei der Aufgabenvielfalt is scho einmal ein Aussetzer drinnen!

Am zweiten Adventsonntag werden von Frau Scheffler und ihren Helfern wieder 500 Weihnachtssterne als Gruß der Pfarrei zu den Senioren gebracht, die das
80. Lebensjahr erreicht haben.

Der heilige Nikolaus kommt am 12. Dezember zu unseren Senioren in den Pfarrsaal und beschließt den Reigen der Ereignisse im Ablauf des Jahres.

Einen ganz besonderen Dank möchte ich noch unserem Herrn Benker sagen. Unermüdlich ist er am Aushelfen und wenn er die neue Orgel spielt, scheint sich diese immer besonders zu freuen. Sie klingt dann plötzlich ganz weich und zieht alle in ihren Bann.

Ja, es ist schon pfundig, was bei uns in der Pfarrei so alles auf die Füß  gestellt wird im Laufe eines Jahres. Im Grunde genommen ist es doch eine eingeschworene Truppe und es stimmt immer traurig, wenn eines dieser Glieder aus der Kette herausgeht.

Völlig durcheinander hat mich deshalb die Nachricht gebracht, dass unsere lieben Driesler-Leut von Traunreut fortziehen. Wer wird dann jetzt am Werktag in der heiligen Messe die Lesung vortragen, die Legio Mariens leiten, mit Leidenschaft und großem Wissen über Glaubensfragen diskutieren? Und auch sonst hat es viele Sachen gegeben, die die beiden Driesler-Leutchen ganz im Stillen erledigt haben. Und zünftige Witze erzählen, das kann keiner so gut wie der Herr Driesler! I kanns mir gar nicht vorstellen, dass die Zwei ab Januar woanders als in Traunreut wohnen sollen. Deshalb kann ich heut nur sagen, wir ham euch sehr gern, vergelts Gott für alles, machts es guat und passt auf euch auf, ihr werds uns mordsmäßig fehlen!

 

Jetzt is meine kleine Rückschau auch am Ende und i sag Pfüat Di zum Jahr 2007. Es war a gutes Jahr für die Pfarrei und i dank unserm Herrgott dafür, dass er seine schützende Hand über uns alle gehalten hat.

Fürs Jahr 2008 wünsch i Eich und Eure Leut daheim Gottes Segen und a glückliche Zeit!

Helf ma weiter zam, dann schaff mas a wieda!

 

Mit herzlichen Grissen

Euer Wastl

Kirchenmaus daselbst.