Es war a schöne Zeit mit eam .....!!!!!!!!!!!!!

 

Zum Abschied von Pater Augustin am 31. August 2008.

 

Es war a merkwürdig feierliche Stimmung kurz vor halbe elfe in unserer Kirch! A paar Damen ham sich leise unterhalten „schad is, dass er scho wieda fort muss unsa Pater“ hab i im vorbeigehn gehört.

Dann hat`s a scho zamma geläutet und der Altardienst ist mit dem Vortragskreuz eingezogen.

Nach dem Evangelium und der Predigt hams dann dem Pater Augustin einen Ehrensitz vor dem Altar aufgestellt und de Kindergottesdienstgruppe unter der Leitung von der Frau Filjak hat sich ganz liab im Namen aller Gremien in der Pfarrei verabschiedet und sich für alles bedankt, was der Pater für die Pfarrei getan hat. Und des war net wenig!

Da hat er scho ziemlich schlucka müssen unser Gustl und mir is a ganz kalt übern Buckel gelaufen vor lauter Rührung.

Am End von der heiligen Mess hat sich dann der Pater bei alle Leit bedankt mit dene er die zwoa Jahr gearbeitet und gelebt hat.

Vor der Kirch is scho da zwoate Vorsitzende vom Pfarrgemeinderat – der Grill Christian – mit einem mords Transparent in weiß/blau mit der Aufschrift “Unser Gustl“ gestanden, mit eam a Menge Leit und aus dem Kassettenrekorder hat ma den bayrischen Defiliermarsch gehört.

Im Marschschritt san ma dann zum Pfarrsaal hintre ganga. Als großen Bayernliebhaber hams dem Gustl einen Tirolerhut mit einem mordstrumm Gamsbart(eine Leihgabe vom Seehuber Anderl) aufgesetzt und i hab mir des Schmunzeln net verkneifn kenna, denn an schwarzen Franziskaner in der Kuttn mit Huat und Gamsbart, des sieht ma ja schließlich net alle Tag.

Der Festzug is imma länger worn und der Blutdruck von der Margarete  is sichtlich immer weiter nach oben gegangen, denn sie hat nur für 130 Leit Essen eingekauft und plötzlich warns dann fast 200 Leit de kemma san. Er war halt recht beliebt, unsa Pater!

Im Eiltempo ham die Herren von der Kirchenverwaltung Biertische und Bänke im Hof aufgestellt, damit alle ein Platzl gefunden ham.

Unser Thomas hat in seiner charmanten Art die Festgäste begrüßt und zwischendurch Blickkontakt mit da Margarete aufgenommen. „Wern ma woll mit dem Essn langa?“ so hat woi der Funkspruch heißen solln.

Nach der Leberspätzlesuppn waren bereits alles Brot und die Brezen verspeißt, so dass der Leberkäse und der Wurstsalat blank verzehrt werden mussten.

Auf wundersame Weise hats doch für alle gereicht. Dass de Margarete die Leberkäseportionen halbiert und auf kleinen Tellern serviert hat, dass sie größer ausschaun, des is keinem aufgefallen.

Wie dann alle gestärkt warn, is des eigentliche Programm losganga!

Mir ham am besten de Madel und Buam von unserer Jugend gefallen, die in Dirndl und Lederhosen einen bayrischen Tanz zum Besten gegeben haben.

Fesch warn`s alle, aber mächtig geschwitzt ham`s a, denn a Dirndlgewand is halt net so luftig wia a bauchfreies Top.

Übers ganze Gesicht hat der Gustl gestrahlt, wias eam a no a Fotoalbum über seine Traunreuter Zeit zur Erinnerung überreicht ham.

De Basteldamen san mit hochmodische Florentinerhüt aufgetaucht. Sie ham dem Gustl verzählt, was sie alles für eam kaft(gekauft) ham, aber weil sie halt scho a wengerl neugierig san de Girls, is alles probiert worn und am Schluss warn de Sektflaschn und die Pralinenschachtel leer. A Gutschein zum „relexen“(erholen) hat den Gustl aber reichlich entschädigt.

Da Chef von der Kirchenverwaltung – da Grill Wolfgang – hat anschließend eine super Ansprach gehalten, die so recht von Herzen komma is. Und des Ganze ohne Spickzettel, alle Achtung!

De Frau Eisenhut und die Frau Oppacher vom Kindergarten, sowie die Frau Schulz von der Mutter-Kindgruppe ham sich a ganz liab verabschiedet und der Geschenktisch neben dem Pater Augustin ist immer voller geworden.

Der Reiter Helmut hat den Gustl in einem Vortrag zum „Ehrenbayern“ gekürt. Beim Text hot er zwar a wengerl genuschelt, aber wahrscheinlich lag des an der Lautsprecheranlage. Aber am End hat doch a jeda verstanden, was gemeint war!

Den mittlerweile scho traditionell gewordenen Wanderrucksack mit bayrischen Spezialitäten hat eam unser Pfarrer Thomas gepackt und die Margarete hat zu jedem Trumm(Stück) natürlich ihren Senf dazugeben müssen.

Ganz wichtig war dem Thomas, dass er dem Gustl a sei Weißbierglasl mit Namenszug mitgeben hat kenna, denn sonst stehn im Esszimmer „lauter Glasl von oide Kapläne umananda!“(Zitat Thomas)

Recht charmant hat sich a die Frau Heckner als Pfarrerin von der evangelischen Gemeinde verabschiedet. Ma hots gemerkt, dass a unser Nachbarkirch recht guat mit dem Gustl auskemma is.

Dann hat die Helga ihre Drehorgel zum Abschiedsliedl angekurbelt und alle Gäste ham den Refrain mitgesungen.

Und so is wieder eine Ära von am Kaplan in Traunreut zu End ganga!

In der Küch ham die Madl vom Pfarrgemeinderat zusammen mit ihrem zweiten Chef des Geschirr und de Gläser gesäubert und dabei recht ordentlich geschwitzt. De Manner ham die Bierbänk und Tisch zammageklappt und de weiß/blaue Dekoration abgeräumt.

Bald waren die letzten Spuren des Festes verschwunden und der Pfarrsaal hat stad dem nächsten Ereignis entgegengeträumt.

I hab mi in mei Wohnung unterm Beichtstuhl verdruckt, müd war i und a wengerl traurig, wia des halt so is bei einem Abschied.

Pfüit di, liaba schwarza Franziskaner , Gottes Segen und viel Glück bei deiner neuen Aufgab!

Des wünsch ma eam Alle, gell!

 

Mit freindlichen Gissen Euer Wastl

Kirchenmaus daselbst.